Stehauf-Bilderbuch


Die Jüngeren unter uns kennen sie als Pop-Up-Buch: Bücher, deren Innenleben erwacht, sobald man sie öffnet.

Ich stelle euch heute eins vor, das schon meine Mutter erfreut hat, als Sie noch nicht meine Mutter war. Es stammt ungefähr aus dem Jahr 1935, ist damit sogar noch älter als meine Mutter oder ihre Geschwister und weist leider schon vereinzelte Gebrauchsspuren auf.

 

 

Das verwendete Papier ist leider durch die bei der Herstellung verwendeten Säuren mit der Zeit brüchig geworden. Das ist ein verbreitetes Phänomen aller Papierartikel, die seit ca. 1850 hergestellt wurden. Zu dieser Zeit begann man, Papier in der Methode des Holzschliffs herzustellen. Das war preiswert, führte jedoch dazu, daß der Papierbrei einen erhöhten Anteil Lignin und schwefliger Säuren enthielt die im Herstellungsprozess zugesetzt wurden und der später zu Schwefelsäure wurde. Und diese Säuren führten dazu, daß Papier schneller vergilbte, seine Biegefestigkeit verlor und brüchig wurde. Anhand dieser Brüchigkeit kann man tatsächlich das Alter eines Papiers nahezu hundertprozentig auf ein Herstellungsjahr vor oder nach 1850 bestimmen. Eine Firma aus Leipzig hat sich übrigens auf die Entsäuerung des Papiers spezialisiert. Ich hatte schon einige nette Telefongespräche mit einer Mitarbeiterin. Leider bin ich etwas skeptisch, was die Vorgehensweise betrifft. Das Papier wird komplett getränkt. Meine Sammelkarten könnten das eventuell krumm nehmen, weil sie aus mehreren Lagen Papier hergestellt wurden. Aber ich werde demnächst noch einmal eine Test-Charge hinschicken. Dann bleibt nur noch die Finanzierungsfrage.

Zurück zu unserem lustigen Jahrmarkt-Stehauf-Bilderbuch. Ich hatte überlegt, mir eine bessere Version dieses Buches oder eines anderen aus der Reihe zu kaufen.

 

Bedauerlicherweise weisen alle Bücher, die ich bisher in die echten oder virtuellen Finger bekommen habe, ähnliche Verschleißspuren auf. Die Buchreihe erschien von 1930 bis 1939 und zeigt, daß die Papierqualität mit dem Nahen des Zweiten Weltkrieges und dem damit verbundenen Rohstoffmangel stetig abnahm. Und bei einem derzeitigen Preis von 55 bis 175 Euro pro Buch, überdenkt man den Kauf dann doch noch einmal.

Freuen wir uns lieber an den vorhandenen Seiten, so lange sie noch einigermaßen funktionieren.

Der Schießstand ist was für die Knaben, wo Mädchen nichts zu suchen haben.

Dann geht’s los mit Hopp und Hei  Joachim ist auch dabei. (der Reim funktioniert nur, wenn man Jo-Ah-Chiehm auf dem Chiehm betont)

In der Gondel sitzt Gerlinde, flatternd fliegt ihr Haar im Winde.

Meistens ist der Seehund naß. Diesem setzte man zum Spaß, schillernd wie ’ne Seifenblase, einen Ball auf seine Nase.

Und der Ball hopst auf und nieder, immer fängt der Seehund wieder diesen Ball und denkt bei sich: „Gleich bekomm‘ ich einen Fisch!“

Heißa, das war ein schönes Buch. Ich habe noch andere Stehauf-Bücher aus DDR-Zeiten. Die kommen später mal.

Es wird gemunkelt, daß die Schreiber-Bücher in den 1950er Jahren noch einmal aufgelegt wurden. Gefunden habe ich aber noch keins aus dieser Zeit.

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