Führerschein – 1929


Heutzutage hat beinahe jeder, der es sich leisten kann einen Führerschein. Früher war es zwar verbreitet, daß sich ein Mann, der über einigermaßen technisches Verständnis verfügte und das Geld für einen „Wagen“ hatte, einen Führerschein zulegte.

Bei Frauen sah das jedoch anders aus. Frauen fuhren nicht Auto. Zumindest nicht selbst. Anders meine Oma. Mit 19 legte sie ihre Führerscheinprüfung ab und war seitdem fleißig mit einem der Familienautos unterwegs.

Führerschein Omi, 1929

Sah sie nicht schmuck aus? Sie war bestimmt fürchterlich stolz auf ihren eigenen Führerschein und den großen Schritt zur emanzipierten Frau (was ja leider später dann nicht wie erhofft verlaufen ist):

Führerschein Omi, 1929

Aber ein Foto habe ich gerade für euch gefunden. Es zeigt meine Oma am Steuer des (wie ich vermute) Dixi. Eventuell könnte es auch ein alter Horch sein. Die Karosse sieht aus, wie ein Dixi, nur die Kühlerfigur verwirrt mich.

Die motorisierte Familie
v.l.n.r.: Bruder Werner, Ernst (ihr späterer Ehemann), Waltraut (die kleine Schwester), Apotheker Gustav Lange (Vater), Käthe Lange (geb. Hanel, Mutter), Elfriede (meine Oma), ein Freund oder vielleicht Bruder von Ernst

Ein interessantes Detail könnt ihr noch im Führerschein entdecken. Durchgestrichen wurde neben der Erlaubnis zum Führen eines Kraftrades auch der Motorentyp „Elektromotoren“. Es scheint also damals tatsächlich schon Kraftwagen oder Krafträder mit Elektromotoren gegeben zu haben.

Eine Antwort auf „Führerschein – 1929

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