Praktische Winke


Apotheken-Rundschau, Bäckerblume, Edeka-Einkaufsjournal oder kostenlose Wochenzeitungen, die uns eigentlich nur dazu verleiten wollen, unser Geld nicht woanders, sondern bei Ihnen auszugeben, sind keine Erfindung unserer Tage.

An einem Exemplar, das bereits vor 104 Jahren erschien, möchte ich euch heute kurz zeigen, wie solche Werbezeitschriften damals aussahen. Wir haben hier eine Ausgabe der Werbe-Zeitschrift der Deutschen Drogisten-Verbandes vom Oktober 1910, die noch nicht personalisiert war. Das könnt ihr am Feld in der Mitte, oberhalb der dicken Linie lesen: „Hier wird die Firma des bestellenden Verbandsmitgliedes eingedruckt“. Das Blatt wurde wahrscheinlich zu Ansichtszwecken verschickt und konnte dann in der entsprechenden Stückzahl und mit dem Aufdruck der eigenen Geschäftsadresse bestellt und an die Kunden verteilt werden. Links steht „Nr. 1“. Die „Praktischen Winke“ waren somit offenbar neu auf dem Markt.

 

Die Aufmachung unterscheidet sich von heutigen Druckwerken doch ganz enorm. Keine Bilder, ausschließlich Text, damit aber im gleichen Format wie die Tageszeitung von damals.

Mir gefällt der Untertitel „Belehrende Monatsschrift für Gesundheits= u. Schönheitspflege, Haus u. Küche, Tier= u. Blumenpflege, Landwirtschaft, Gewerbe u. Industrie“. Welcher Mann, welche Frau kann da widerstehen? „Schatz, gibst Du mir bitte den Industrieteil, ich bin mit dem Blumenpflege-Artikel durch.“

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