Keine Tiere auf dem Esstisch!


Katzen- oder Hundebesitzer kennen den Drang der kleinen Kameraden, beim Essen auch Teil der Tafel zu werden. Wenn sie könnten wie sie wollen, würden sie ihren Kopf in die Gulaschschüssel stecken und alles selbst essen. Das möchte niemand.

Aber manche Tiere sind bei Tisch durchaus gern gesehen. Einige davon habe ich vor kurzem gekauft und freue mich noch immer.

Ich stelle sie euch hier vor. Da wäre als erstes der Fuchs:

Er wird offenbar vom Dackel verfolgt:

Wen hat der Fuchs gerade gejagt? Vielleicht den Hasen?

Das Schwein kann es nicht gewesen sein. Ja, es hat eine etwas lange Nase, aber es ist ein Schwein.

Vielleicht war aber auch der Jagdhund unterwegs

und hat den Hirsch vor die Flinte des Jägers gehetzt.

Habt ihr schon eine Ahnung, was all diese Tiere auf meinem Esstisch zu suchen haben?

Hilft euch vielleicht der Hinweis weiter, dass die Firma WMF der Hersteller all dieser kleinen Freunde war?

Wer hat es erraten? Es handelt sich bei all diesen Tieren aus der Art Deco-Zeit um schöne

Messerbänke.

Sie schützen das Tischtuch davor, Essen an den benutzten Messern versehentlich darauf abzuschmieren. Messerbänke sind eine sehr nützliche Erfindung, die es in unzähligen Variationen gibt – aus Metall, Kristall, Holz oder einer Mischung daraus.

Meine WMF-Variante stammt aus der Zeit, als die Straußenmarke gepunzt wurde, das war laut dieser Webseite die Spanne zwischen 1910 und 1925. Die Seite klärt uns gleichzeitig auf, dass das Kürzel „I/O“ für eine normale Dicke der Versilberung bzw. 1 Gramm Silber, das auf 1 dm2 Oberfläche des Grundmetalls abgelagert ist, steht.

Es gibt noch einen Nachtrag: Zwei weitere Messerbänke aus dieser Serie sind mir inzwischen bekannt. Eine davon konnte ich nach langer und zäher Verhandlung in mein Eigentum überführen.

Der Windhund aus der Zeit von 1925-1930.

Man sieht seine Details erst im Blitzlicht. Er trägt offenbar ein Hemd und kommt gerade vom Windhundrennen.

Nun fehlt mir noch der Bär.

Etwas später kamen Serien mit Wildschwein, Bock, Auerhahn und Stier dazu. Aber die sind mir zu neu.

Solltet ihr also demnächst an einer feinen Tafel sitzen und euch über seltsame Gestelle zu eurer Rechten wundern, dann wisst ihr jetzt, wozu sie da sind und könnt ebenso wissend wie selbstverständlich euer Messer darauf ablegen, nachdem ihr einige Teile eures Gerichts in Häppchen zerteilt habt und sie nun genüsslich mit der Gabel zum Munde führt.

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