Versichert dank Zeitschriften-Abo – Mein Blatt


Als ich diese Zeitschrift in meinem Fundus wiederentdeckte, habe ich mich gefragt, wieso es so etwas heute eigentlich nicht mehr gibt.

Zeitschrift Mein Blatt

 

Die Illustrierte Familienzeitschrift „Mein Blatt“ erschien mindestens zwischen 1931 und 1939. Inhaltlich unterschied sie sich kaum von anderen Illustrierten: Fortsetzungsromane, Witze, Zeichnungen, Ratgeber, oberflächlich gehaltene Neuigkeiten und Fotos. Der Clou allerdings waren die Versicherungen.

Für jeden Abonnenten der Zeitschrift wurde vom Verlag nach einmonatigem Abonnement eine Unfallversicherung abgeschlossen. Nach einem Jahr Abonnement-Dauer wurden die Konditionen erhöht und zusätzlich eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, die sich wiederum nach 3- bzw. 5-jährigem Abonnement weiter verbesserte. Details sieht man hier – draufgeklickt wird das Bild sogar noch größer:

Zeitschrift Mein BlattBitte beachtet auch die vielen schönen Werbe-Anzeigen. Hier oben z.B. die Dauerbrenner von HENKEL.

 

Es wurde natürlich nicht versäumt, Auszahlungen zu veröffentlichen. So sah der geneigte Leser, daß er / sie durch den stetigen Bezug der Zeitschrift in guten Händen und seine Familie in Sicherheit war, wollte man von seinem Recht auf Ableben Gebrauch machen.

Zeitschrift Mein Blatt

 

Für die modebewusste Dame lag ein Schnittmusterbogen bei. Der fehlt mir hier allerdings.Zeitschrift Mein Blatt

 

Noch mehr Werbung. Gern weise ich wieder auf die Werbung vom Quelle-Versand hin. Den hatte ich ja hier schon einmal besprochen. Zeitschrift Mein Blatt

 

Über dem Rezept für Apfelkuchen prangt der wahrscheinliche Grund für die Anschaffung dieser Zeitschrift. Die Werbung für Liebig Fleisch-Extrakt.

Zeitschrift Mein Blatt

Palmolive und Kaba gibt es heute noch. Wenn ihr links neben das Stück Seife schaut, seht ihr das alte Pfennig-Zeichen. (₰)  Wer sich ein wenig mit alter Schrift auskennt, wird darin das kleine „d“ erkennen. Das steht für denarius – so hieß die kleinste römische Münze und wurde einfach auch für den Pfennig übernommen. Wie unwichtig die kleinste Untermünze der jeweiligen Währung für das Bankwesen war, erkennt man daran, daß auch der englische Penny mit einem „d“ abgekürzt wurde. Beispiele findet man hier, hier und hier.Zeitschrift Mein BlattMit Kaba kein Milchüberdruß

Mahlzeit!

Und ganz ehrlich: Wer würde sein Abo nach einem Monat wieder kündigen und damit den Versicherungsschutz verlieren? Bei einem Beitrag von 32,5 Pfennigen pro Woche!

 

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