Trompeterbücher – seltene Schätzchen aus der DDR


Vor etlichen Jahren habe ich euch die Reihe der Trompeterbücher vorgestellt. Wer sich nicht mehr erinnert, klickt hier.

Inzwischen habe ich noch einige ausgewählte Bände dieser Reihe meiner Sammlung hinzugefügt. Der Grund: einige der ca. 200 Bände der Trompeterbuch-Reihe hatten höhere Auflagen, andere nur kleine. Ich habe mich nach den Büchern mit kleiner Auflage umgeschaut und tatsächlich so einige auftreiben können.

Beginnen wir mit dem „Kleinen Märchenbuch“ (Band 21)

Wie es häufig der Fall war, wurde eine kleine Widmung eingetragen. Was hier unten abgeschnitten wurde, kann ich mir nicht denken.

Dieses Buch gab es in zwei Auflagen, die sogar unterschiedlich gesetzt wurden:

und unterschiedliche Rückendeckel aufweisen

Weiter geht es mit den „MZ-Geschichten“ (Band 92)

Es folgt „Bomme und sein Friedensfahrer“ (Band 56)

auf seinen Fersen sind die „Drei Schwestern im Waldhaus“ (Band 41)

Die Bandnummer lässt sich übrigens einfach bestimmen; in jedem Buch gibt es vorn eine entsprechende Seite:

Und das Erscheinungsjahr von DDR-Büchern lässt sich leicht aus der Jahreszahl in der Lizenznummer ablesen. Hier ist es 1963.

Machen wir weiter mit „Ein Eisberg für Tomek“ (Band 194)

Wieder etwas älter ist „Liebe Sonne scheine wieder“ (Band 16)

mit Gedichten von Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Und hier habe ich ein besonderes Exemplar entdeckt. Ein Gedicht:

Noch ein Gedicht

Kein Gedicht

Nanu, was ist hier geschehen? Die schwarze Farbe fehlt. Allerdings sieht man deutlich die Eindrücke der Druckerpresse und kann den Text im richtigen Lichteinfallswinkel sogar lesen:

Das zieht sich – wie es in der Natur eines Buches liegt – über einen Druckbogen, also 4 Doppelseiten hin, die an den entsprechenden Stellen im Buch auftauchen.

Ein Kind wird hier sehr traurig gewesen sein. Oder aber auch nicht, denn wer liest als Kind schon Gedichte von Hoffmann von Fallersleben? Und wäre ich dieses Kind gewesen, hätte ich den Trick mit dem Graphitstaub aufgegriffen und die Schrift sichtbar gemacht.

Kim Kai mit „Meine Goldhamster“ (Band 58) setzt den bunten Reigen fort.

und „Langohr, der tapfere Hase“ (Band 35) ist das nächste Tierbuch

Damals noch nicht mit einem G’schmäckle behaftet und ein durchaus liebes Buch ist „Der Neger Jim“ (Band 14)

Der „Schiffsjunge Pietro“ ist ein sehr frühes Buch (Band 2) und erschien 1959, dem Jahr in dem die Trompeterbuch-Reihe begonnen wurde.

Und auch dieses Buch war ein Geschenk im Rahmen einer Auszeichnung

Hier seht ihr den Standardtext der alten Buchdeckel

„Schnurzel, das Neinchen“ (Band 101) ist verhältnismäßig neu (1974) aber trotzdem nicht leicht zu finden.

Noch schwieriger zu finden war „Schön Laub wachse am Jahresbaum“ (Band 62)

Gedichte aus einem Preisausschreiben

Wieder ein altes Buch: „Die silbernen Kugeln“ (Band 13)

Und noch eins „Schönen Tag, Soldat“ (Band 25)

das ich neulich sogar gelesen habe.

„Das Haus in der Sonnengasse“ (Band 155) habe ich durch Zufall gleich mehrfach gefunden

Hier passt der Spruch: Nicht schön, aber selten.

Eines der wirklich seltenen Bücher ist „Su-Su von der Himmelsbrücke“ (Band 8)

Das gibt es in verschiedenen Auflagen, aber gesucht sind sie alle. Daher bin ich auf dieses Foto sehr stolz:

„Der Wunderbaum“ (Band 7) war auch schwer zu finden, aber nicht so schwierig wie Su-Su

„Das Wunderpferdchen aus Kornhagen“ (Band 66) kommt jetzt an die Reihe

„Zwei Freundinnen“ (Band 6) von 1959 ist wieder eines der Bücher, die von sowjetischen Autoren verfasst und in der DDR verbreitet wurden

Es bleibt der Band, nach dem ich am längsten gesucht und dann innerhalb von zwei Wochen gleich zwei gefunden (und gekauft) habe: „David macht, was er will“ (Band 52) von 1965 von Renate Holland-Moritz und Lothar Kusche und illustriert von Erich Schmitt

Damit endet mein kleiner Ausflug in die Welt der raren Trompeterbücher. Alle habe ich noch nicht. Ich jage weiter.

3 Kommentare zu „Trompeterbücher – seltene Schätzchen aus der DDR

Gib deinen ab

  1. Ach, das ist ja lustig. Die Trompeterbücher erinnern an diese Geschichte vom „Kleinen Trompeter, dem lustigen Rotgardistenblut“.

    Von all unsern Kameraden
    War keiner so lieb und so gut
    Wie unser kleiner Trompeter
    Ein lustiges Rotgardistenblut

    Das hat sogar mal Hannes Wader in seiner sozialistischen Phase gesungen.
    Aber hier ist es nur ein Label für die verschiedensten Bücher. Mir sind viele Autoren noch in Erinnerung, z. B. Willy Meinck, aber auch Margarete Neumann. Renate Holland-Moritz, Lothar Kusche und der Zeichner Erich Schmitt. Wirklich eine schöne Sammlung

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, dann schau dir mal den amderen Artikel an, auf den ich zu Beginn verlinkt habe oder gib im Suchfeld Trompeter ein. Dort habe ich die Geschichte des Kleinen Trompeter-Liedes recherchiert. Faszinierende Geschichte.

      Gefällt mir

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