Ferien auf dem Lande – ein Kinderbuch


Es ist wieder Zeit für ein Buch. Diesmal habe ich euch ein Kinderbuch aus den 1930er Jahren herausgesucht.

In schönstem Sütterlin prangt der Titel auf diesem Vorlese-Buch. Das lässt es uns auf die Zeit nach 1935 und vor den 1. September 1941 – dem Verbot der Sütterlinschrift – datieren. Über Hanna Zahn habe ich leider noch nichts herausfinden können. Johann Peter Werth hingegen hat neben der Illustrierung allen weiteren Bücher von Hanna Zahn auch Postkarten gezeichnet.

Leider wurde das Buch viel geliebt und hat einige Blessuren davongetragen. Auch die Zeichnungen sind keine wirklichen Kunstwerke. Hübsch anzusehen ist das zeittypische Automobil, die Mode der Stadtmutter im Vergleich zur bäuerlichen Mutter vom Lande mit ihren praktisch und sparsam gekleideten Kindern.

Lest euch auch den Reim durch. Hier ahnt man noch nichts Böses.

„Gras“ und „das“ können sich reimen, müssen es aber nicht.

Ich gebe zu, dass ich von Reimen in Kinderbüchern, bei denen Buchstaben weggelassen werden müssen, nicht viel halte.

Jetzt wird es holprig mit dem Vers:

Beim nächstenBuch sollte Frau Zahn vielleicht einen dichterisch begabteren Kollegen um Hilfe bitten:

Ja, gut, es reimt sich. Irgendwie.

Es holpert der Reim ganz fürchterlich. / Das sage jetzt und hier euch ich. / Auch der Verse Maß / stimmen nicht überein. Ich sage euch jetzt das.

Wie heißt der Hund doch gleich?

Der Arme wird böse angesehen, nur weil die Gören zu dumm sind, aus den Booten auszusteigen.

Und der Stadtjunge blamiert sich sofort weiter – diesmal mit dem Esel:

Abendessen, Waschen am Brunnen, Abendgebet und ab ins Bett.

Weg ist Peter wieder. Die Dorfbewohner werden sich – damals wie heute – gefragt haben, wieso Stadtmenschen so seltsam unbeholfen sind. Aber über das Geld, das sie dalassen, darüber freut man sich immer.

Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Buch die Kinderlandverschickung behandelt, da sich die beiden Mütter zu Beginn des Buches nicht zu kennen scheinen. Wer den Artikel hinter dem Link hier oben durchliest, wird bemerken, dass es die KLV schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt. Die heute bekanntere KLV wird hier als Erweiterte KLV bezeichnet und umfasst die Evakuierung von Stadtkindern in weniger bedrohte (Land-)Gebiete während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs.

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