Pelikan – schreibt und klebt


Den Pelikano-Füller der Firma Pelikan AG kennt jedes Kind. Andere Produkte dieser ehemals deutschen, nun schweizerischen Tinten- und Farbenfabrik in malayischer Hand findet man ebenfalls im gut sortierten Schreibwarenfachgeschäft: Textmarker, Knete, Tuschkästen, Druckerfarbe oder Tintenpatronen.

Unbekannt hingegen ist heute Pelikanol, der Bürokleber der Extraklasse.

Fototasche für Entwicklungsarbeiten mit Pelikanol-Werbung, 1933
Hatten wir nicht eine tolle Telefonnummer?

Erstmals 1904 verkauft, musste seine Produktion 1990 eingestellt werden, weil die durchweg natürlichen Zutaten – der Hauptbestandteil war Kartoffelstärke – nicht mehr der neuen gesetzlichen Bestimmung entsprach. Das Problem: Der Kleber roch nach Marzipan und hätte Kinder verleiten können, ihn zu verzehren. Ich habe wenig Ahnung von Chemie, habe aber im Internet gefunden, dass der Duft wohl vom Benzaldehyd kommt.

Die heute vorgestellte, kleine Papiertasche aus der Drogerie meines Urgroßvaters diente dazu, entwickelte Fotos aufzubewahren. Ähnliche Taschen gibt es auch heute noch in den Fotoabholregalen der gängigen Drogeriemärkte.

Fototasche für Entwicklungsarbeiten mit Pelikanol-Werbung, 1933

Links seht ihr Werbung für einen Farbkasten zur Kolorierung von Schwarz-weiß-Fotos. Ja, das musste man früher noch selbst tun. Die Ergebnisse ließen oft zu wünschen übrig. In diesem Beitrag habe ich ganz unten zwei Beispiele für euch.

Rechts ein schönes Anwendungsbeispiel für Pelikanol. Wer kennt nicht die Fotoalben der Groß- und Eltern, aus denen manchmal ein Foto herausfällt und seine vier oder fünf Klebepunkte zum Vorschein kommen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich euch nicht die Rückseite vorenthalten. Sie war ja für den Drogisten wie für den Kunden da Wichtigste am ganzen Mäppchen.

Fototasche für Entwicklungsarbeiten mit Pelikanol-Werbung, 1933

Frl., Frau, Herr (was ist denn da durchgestrichen und was gilt?) Steinmetzger – ob es diesen Namen tatsächlich gibt? Steinmetz, ja. Metzger, auch. Aber als Kombination?

Die Person hat auf jeden Fall 3 Vergrößerungen 9×12 zum Gesamtpreis von 30 Pfennigen bestellt. Meine Oma, die seinerzeit in der Dunkelkammer für die Entwicklung und das Kopieren der Fotos zuständig war, hat sich ziemlich beeilt. Der Auftrag vom 16.1.1933 lag bereits einen Tag später zur Abholung bereit.

Beachtet bitte die verschiedenen Annahmeformen. Offenbar konnte man nicht nur die Kassetten (kennt ihr von hier), sondern auch den ganzen Apparat abgeben.

Wie lange sich die Pelikanolwerbung gehalten hat, seht ihr auf dem folgenden Bild:

Die Telefonnummer wurde inzwischen um eine 2 erweitert. Die Auftragsnummer war 174336 positionen weiter. Der Wenigemarkt schrieb sich Wenige-Markt und wie ihr an der untersten Position seht, konnte man das Pelikanol gleich mitbestellen.

Innen wurde für jetzt für weiße Tinte zum Beschriften der Fotoalben geworben:

2 Kommentare zu „Pelikan – schreibt und klebt

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